Nach 22 Jahren in Asien kehrte Lukas Blaser 2018 mit seiner Familie in die Schweiz zurück. Seither bietet er Freikirchen Gemeindeentwicklungsseminare an und zwar angeschlossen an die Missionsorganisation OM. Globalfocus heisst das Programm und die Gemeinden beschäftigen sich unter anderem mit den Menschen aus anderen Kulturen, die in der Nachbarschaft wohnen.
Stefan Schweyer hat sich als Professor für Praktische Theologie jahrelang mit dem freikirchlichen Gottesdienst beschäftigt. Freikirchen brauchen üblicherweise Alltagssprache auch in der Predigt, aber sehr konzentrierte Sprache in den Liedern, womit er die Aneinanderreihung von biblischen Motiven in aktuellen Worship-Liedern erklärt. Trotzdem singt er so laut mit, wie er kann.
Vor bald 20 Jahren diskutierte eine Hand voll älterer Männer darüber, ob man, wenn man gegen Abtreibung ist, etwas für junge Frauen in Schwierigkeiten machen müsse. Die Folge der Gespräche am frommen Männerstammtisch: die erste Kita im Schaffhauser Klettgau. Heidy Stutz leitet seither das «Spatzenescht». Sie war auch lange in der Gemeindeleitung der Chrischona und hat viel gelernt.
Als die Gemeinde mitten in einem grossen Bauvorhaben steckte, übernahm der Chrischona-Pastor Michael Russenberger die neue Stelle der Neuland-Kirche in Buchs (ZH). Das Gemeindezentrum mit seinem riesigen Spielplatz und professionell gestalteten Bistro zieht seither immer mehr Menschen an. Wie Vision und Geld zusammenhängen, beschäftigt ihn seither.
In der Evangelisch-methodistischen Kirche gibt es eine spezielle Kirchgemeinde: «Kirche anders.» Matthias Fankhauser leitet den Bereich Gemeindeentwicklung und Innovation, zu der «Kirche anders» gehört. Er hat 20 Jahre Erfahrung mit Projekten – und mit der Angst der etablierten Kirchgemeinden.
Der Godi war ein Format, das lange gut funktioniert hat. Unterdessen sind einige dieser regionalen Jugendgottesdienste eingegangen. Nicht so der Godi Amriswil. Dessen Leiter Marc Bommeli erzählt, wieso der Godi Amisriswil 500 Personen anzieht, wieso in Freikirchen Mitarbeiter nicht auf den Bäumen wachsen und warum Grosszügigkeit ein wichtiger Wert ist.
Zwischen Weihnachten 2026 und Neujahr 2027 werden über 5000 junge Menschen am nächsten Praisecamp erwartet. David Reusser leitet mit zwei anderen Personen den christlichen Jugendevent, ist aber nicht einmal angestellt. Das Praisecamp setzt ganz auf Freiwilligenarbeit, aber nicht, um Geld zu sparen, sondern weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel lernen und das Wissen dann in ihre Kirchgemeinden tragen.
Wie es sich lebt, wenn man sich als kleine Freikirche in der Stadt behaupten muss gegen Kirchen mit viel mehr Resourcen, weiss die Winterthurer Jugendpastorin Anna Sommer. Ein Plädoyer dafür, die eigenen Stärken und Möglichkeiten auszuspielen – und andere als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu sehen.
Ob eine Kirche auch ohne Pfarrer überlebt, probiert die Chrischona-Gemeinde Schleitheim seit sieben Jahren aus. Gemeindeleiter Christoph Gasser ist von Beruf Förster; er redet darum über den Wald. Und über das Geld. Und vor allem über die Menschen seiner Gemeinde.
An der Tagung des Landeskirchen-Forums vom 25. Oktober 2025 hielt die Schaffhauser Kirchenrätin Cornelia Busenhart ein eindrückliches Referat. Sie beschrieb, wie eine Kantonalkirche das Funktionieren einer Kirchgemeinde neu denkt: weg von der Fixierung auf das Pfarramt, mit neuen Aufgaben und Anstellungsmöglichkeiten.









