Vertiefte Zusammenarbeit zweier Kirchgemeinden – ein lohnender Prozess

Am 1. Januar 2017 trat der Kooperationsvertrag zwischen den Baselbieter Kirchgemeinden Bubendorf-Ramlinsburg und Lausen in Kraft. Was hat sich daraus ergeben?

Die beiden Pfarrämter wurden durch den Vertrag auch juristisch zu einem gemeinsamen Pfarramt zusammengelegt. In der Praxis wurde diese Zusammenlegung aber bereits vorher gelebt. Sie ist gewachsen, genauso wie auch die immer intensiver werdende Zusammenarbeit der Kirchgemeinden als solcher.

Seit vielen Jahren gibt es gute Beziehungen zwischen den beiden Kirchgemeinden, sowohl auf persönlicher als auch auf kirchgemeindlicher Ebene. Vieles ist unterschiedlich, angefangen von der internen Organisation bis hin zu den demografischen Gegebenheiten. Aber es gab und gibt auch viel Verbindendes, v.a. im Blick auf den Glauben selber und die geistliche Ausrichtung.

Im Hinblick auf zunehmende Finanzprobleme hat die Reformierte Kirche Basel-Land die Kirchgemeinden aufgerufen, vermehrt zusammenzuarbeiten, um Ressourcen zu schonen. Dabei wurden keine Vorschriften gemacht, aber Hilfestellungen angeboten.

Auf diesem Hintergrund kam es zu ersten Sondiergesprächen von Vertretern der beiden Kirchenpflegen. Schnell einmal war klar, dass es für uns nicht nur ums Sparen gehen konnte. Vielmehr musste eine solche Zusammenarbeit an sich Sinn machen und dem Gemeindeleben, sowie der Gemeindeentwicklung im Sinne Christi dienen.

Das Ganze war für uns von Anfang an mehr als nur ein logistischer Spar-Schritt. Es ging auch ums Sparen, aber vor allem um einen geistlich, gemeindedynamisch sinnvollen und damit nachhaltigen Prozess.

Es wurde eine «Arbeitsgruppe Zusammenarbeit» eingesetzt mit zwei Pfarrpersonen und zwei Kirchenpflegenden, welche den Prozess einzuleiten, zu begleiten und zu überwachen hatte – zuhanden der Kirchenpflegen.

Von Anfang an war es wichtig, dass möglichst nicht von oben herab bestimmt wurde, sondern dass gerade auch die Basis, die einzelnen Gruppen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden den Zusammenarbeitsprozess bestimmen, prägen und das Timing vorgeben sollten. Für alle war und ist es ein Geschenk, dass das so gut geklappt hat. Es war auch hilfreich, dass wir nicht unter Zeitdruck standen und stehen.

Durch die Kündigung einer Pfarrperson entstand unerwartet ein Vakuum, welches dazu genutzt wurde, die Strukturierung der Zusammenarbeit der Pfarrpersonen beschleunigt grundlegend neu zu regeln. Dabei wurde konsequent geschaut, die Aufgaben gemeindeübergreifend nach Arbeitsfeldern und gabenorientiert zu verteilen.

Dadurch konnten Pensenreduktionen aufgefangen werden. Weil neu grundsätzlich alle Angebote gemeinsam sind (ausser wo es Sinn macht, dass diese lokal sind oder bleiben) und in beiden Kirchgemeinden eingeladen wird, haben die Gemeindeglieder letztlich sogar ein grösseres Angebot.

Wir staunen immer wieder neu, wie gut dieser Zusammenwachs- und Zusammenarbeitsprozess geht. Wir sind dankbar, dabei den Segen und die Führung Gottes konkret spüren und sehen zu können. Wir nehmen uns sowohl im Pfarrteam als auch in den Kirchenpflegesitzungen immer wieder die Zeit für das Gebet, das Danken und Bitten.

Am 1. Januar 2017 erreichten wir einen Meilenstein. Irgendwie liegt er für uns schon weit zurück. Viel ist unterdessen passiert. Das meiste hat uns ermutigt. Wohin wird dieser Weg führen? Was werden die nächsten Meilensteine sein? Eine noch vertieftere Zusammenarbeit? Eine Fusion, wenn eine solche von der Kantonalkirche her möglich sein wird?

Da gibt es verschiedene Gedanken und Wünsche. Entschieden ist noch nichts. Wir bleiben aber dran, freuen uns miteinander unterwegs zu sein und miteinander zu erfahren, dass Jesus selber mit uns unterwegs ist.


Das gemeinsame Pfarr- und Sozialdiakonenteam der Kirchgemeinden Bubendorf-Ramlinsburg und Lausen

Bild: Fest der Hauskreise der beiden Kirchgemeinden