Zum Vater im Himmel beten

Stefan Wenger, Uni Fribourg, legt das «Unser Vater» aus, um es für unser Gebetsleben fruchtbar zu machen.

Die Reihenfolge der sieben Bitten (Matthäus 6) ist unumkehrbar: Die vier Bitten um Erfüllung leiblicher und geistlicher Bedürfnisse folgen auf den Lobpreis, sie wurzeln in der Verherrlichung Gottes, welche sich im Kommen seiner Herrschaft zeigen soll. Wir bitten um die «Realisierung des kommenden Zeitalters», welche ausserhalb menschlicher Möglichkeiten liegt. Ihre Vollendung «ist und bleibt ein eschatologisches Wunder!»

Die fünfte Bitte um Vergebung nimmt den Beter in die Pflicht. So wird «zwischenmenschliche Vergebung gewissermassen zum (zwingenden) Echo der von Gott geschenkten bzw. empfangenen Barmherzigkeit». Laut Wenger nimmt das Gebet «das ganze Leben des Beters in Beschlag», indem es zum Handeln auffordert «und vom barmherzigen und vergebenden Gott her auf die gelebte Barmherzigkeit und Gerechtigkeit drängt».

Der Theologe schliesst sein Paper mit einer Konkretisierung fürs persönliche Gebet. Die sechste Bitte deutscht er aus: «Bitte lass mich nicht unvorbereitet in Prüfungen und Versuchungen geraten, und danke, dass Du diese Herausforderungen nicht über meine Kräfte gehen lässt.»

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