Berichte

Wie das Feuer nur im Brennen Feuer ist, ist die Kirche nur durch Mission Kirche. Eine Tagung zum 50. Todestag des grossen, weithin vergessenen Theologen Emil Brunner liess ahnen, was von ihm für heute gelernt werden kann: für die differenzierte Bewertung kultureller Trends, für den Umgang mit Natur und Naturwissenschaften, für die Apologetik.

Freiwillige, ermutigt und freigesetzt, lassen Kirchgemeinden Flügel wachsen. Geistliche Einstellungen, ein sorgfältiges Miteinander und Ermächtigung durch Leitende tragen zur Dynamik bei. An der Tagung des Landeskirchen-Forums LKF in Wil SG am 3. September 2016 schilderten Reformierte aus Bischofszell, Basel-Gellert und Horw, wie sie Freiwillige fördern und was sie dafür einsetzen.
Der Theologe Klaus Douglass plädierte, auf die Gaben und Neigungen Einzelner einzugehen und Gemeinde von ihnen her zu entwickeln. 500 Jahre nach der Reformation gelte es das allgemeine Priestertum zu verwirklichen.

Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn versuchen Selbstbezogenheit, Verkrustungen und Verhärtungen mit dem Prozess «Vision Kirche 21» zu überwinden. Die Synodalen der grössten reformierten Kirche des Landes haben an einer Gesprächssynode am 17. August in Bern Grundfragen des Kirche-Seins erörtert.

Aus dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK soll die Evangelische Kirche Schweiz EKS werden. Der Rat des Kirchenbundes hat seinen Entwurf für die neue Verfassung vorgelegt. Eine nationale Synode wird vorgeschlagen. Zudem soll die Konferenz der kantonalen Kirchenpräsidien künftig als Organ des Rats Aktivitäten koordinieren.

Von den Theologen des 20. Jahrhunderts wirkt Dietrich Bonhoeffer als Denker und christlicher Widerstandskämpfer besonders anregend – weit über Europa hinaus. Der 12. Internationale Bonhoeffer-Kongress brachte 230 Theolog/innen aus allen Himmelsrichtungen in Basel zusammen. Im Austausch unter älteren und jüngeren Nachdenkern des deutschen Märtyrers kamen Unterschiede zwischen dem Westen und anderen Weltteilen in den Blick.

«Europa muss lernen zu teilen!» erklärte Gerhard Pross am Kongress des Netzwerks «Miteinander für Europa» Ende Juni 2016 in München. Nach Versöhnung unter den christlichen Gemeinschaften werde von ihnen «Verschiedenheit als Bereicherung erlebt». Dies befähige die Gemeinschaften, den Fliehkräften in Europa ein neues Miteinander entgegenzusetzen.

Die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes vom 19.-21. Juni in der Kartause Ittingen stand im Zeichen des nahenden Reformationsjubiläums. Zu seiner Vorbereitung legte Ratspräsident Gottfried Locher die reformatorische Formel «Solus Christus» (Christus allein) aus. Er betonte, dass die Kirche über Christus nicht verfügt – und dass seine Nachfolger doch für ihn in der Welt stehen und ihn vertreten können.

Wäre deine Gemeinde morgen nicht mehr da, würde man es merken? Mit dieser Frage schloss Graham Tomlin seinen Vortrag an den Studientagen in Fribourg. Er und die anderen Referenten entwarfen ein höchst facettenreiches, von Hoffnung erhelltes Bild von Kirche im 21. Jahrhundert, ohne auszublenden, was das Christsein Europäern in diesen Zeiten abfordert.

Wie leben Menschen mit Gott, dem Ewigen, der sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart? Ein Studientag in Rüschlikon mit Wolfgang und Ulrike Bittner führte von persönlichen Erfahrungen zur Bibel und über die Kirchengeschichte zurück zum gemeinsamen Glauben. Was die Theologen der Alten Kirche meditierend und streitend in Worte zu fassen suchten, ist und bleibt Geheimnis.

Den reformierten Kirchen wächst von Jesus Christus Zukunft zu durch Hören auf sein Reden und geistgewirkte Erneuerung. Umkehr tut Not. Reformierte in der Romandie empfinden dies besonders stark angesichts der Entwicklung ihrer Kirchen. Am 14. April hat das «Rassemblement pour un renouveau réformé» R3 sein Manifest vorgestellt und die erste Mitgliederversammlung abgehalten.

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