Berichte

Wenn die Taufe ein Schatz ist, den Gott der Kirche geschenkt hat: wie gehen wir mit ihm um? Am Eingang zum Täuferjahr 2007 dachten Angehörige von Landes- und Freikirchen in Aarau miteinander über Taufverständnis und -praxis nach.

Wie verstehen sich die Schweizer Reformierten? Im Unterschied zu den Minderheitenkirchen in anderen Ländern haben sich die Schweizer über Jahrhunderte nicht erklären müssen: „Nun müssen wir lernen zu sagen, wer wir sind, was uns ausmacht, wofür wir einstehen“, sagte der Kirchenhistoriker Peter Opitz am 4. November 2006 an der LKF-Tagung in Zürich. Besser als durch Abgrenzung oder durch einen Bezug zur eigenen Geschichte wird Identität durch das Bekenntnis zu einer Sache gefördert. Grundsätzlich könne der Umgang mit der reformierten Tradition nicht anders als kritisch sein. Für Peter Opitz ist klar, dass „reformierte Identität immer mit dem Anfang anfangen und sich auf ganze elementare Dinge besinnen muss“.

Was macht reformierte Kirche aus? Wie schaffen wir Verbindlichkeit? An der ersten Tagung des Landeskirchen-Forums in Bern am 24. Juni 2006 ging es um die Verankerung des Kirche-Seins in Bibel, Bekenntnis und Tradition – und die Bedingungen im Schweizer Alltag. In einem grundlegenden Vortrag plädierte der Berner Theologe Gottfried W. Locher für eine „Umkehr nach vorn“. Er beleuchtete evangelisch-reformiertes Kirchesein im Spannungsfeld von Bibel, Tradition und aktuellen Herausforderungen, rief den 2000-jährigen Weg der Westkirche in Erinnerung und betonte: „Wir sind Teil der Westkirche, wir kommen aus ihr und sie lebt auch in uns weiter.“ Die evangelischen Landes- und Freikirchen, die sich in und infolge der Reformation entwickelten, sollten sich nicht durch Abgrenzung voneinander definieren, sondern einander zu ergänzen suchen.

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